
CHINA 1998-2015
Von 1998-2015 kuratierte und organisierte ich im Austausch mit der Volksrepublik China Austauschprojekte und Symposien in Beijing, Shenyang, Beidaihe, Dalian, Bremen und Göttingen. Während meiner ersten Chinareise 1998, war der allseitige Hype um chinesische Kunst noch nicht zu spüren. Mein besonderes Anliegen war die Förderung der Chinesischen Künstlerinnen und Kuratorinnen. Sie sind bis heute in China eine Seltenheit, sie agieren im Verborgenen und im internationalen Geschäft sind ihre Namen eine Rarität. Die Begegnung mit der chinesischen Kunst und ihren ProtagonistInnen hat meine Kunst nachhaltig geprägt.

ZEITGESCHEHEN AB 2000
Das bewegte Leben in seinen vielschichtigen Äußerungen hat mich immer fasziniert: Straßenfeste, Karneval, Konzerte, Musik, öffentliche Plätze, Ausstellungsgebäude, Prozessionen, Sportszenen und Parks. Die Handlungsorte dieser Bildwelten sind öffentlich und reflektieren unmissverständlich das städtische Treiben und das Miteinander der modernen Welt. Oft sind es junge Menschen, die den Stadtraum bevölkern. Diese Bilder transportieren ein zeitgenössisches Lebensgefühl von besonderer Innigkeit.

WALD UND BÄUME AB 2008
2016 lernte ich in meinem Berliner Atelier unter Bäumen zu arbeiten und mit ihnen zu leben.
Ein Portrait lässt uns über die Persönlichkeit und ihre Geschichte nachdenken. Auch beim Bild eines Baumes kommt Vergleichbares in den Sinn. Man denkt an Aspekte der Existenz und der Zeit. So, wie man sich ein harmonisches Miteinander der Menschen ersehnt, wird ein pfleglicher und respektvoller Umgang mit der Natur gewünscht. Wenn man es an der gebotenen Aufmerksamkeit und Zuwendung fehlen lässt, entsteht nicht wieder gut zu machender Schaden. Das Waldsterben ist ein dringendes Thema der globalen Klimabewegung.
Ich beobachte und dokumentiere das Wachstum der Bäume: es sind zahlreiche Spraybilder dazu entstanden. Es wird mir die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Natur und die besondere Aufgabe, die den Menschen zukommt, in der Hege und Pflege der Bäume besonders bewusst.

ABRISSBILDER 2011-2014
Meine Abrissbilder sind eine besondere Ausdrucksform. Anknüpfend an meine Anfänge mit Tütencollagen, zitiere ich die Tradition der Décollage der 1950er und 1960er Jahre. Nachrichten von gestern werden zu Aussagen von heute. Wortfetzen werden zu neuen Sätzen surrealer Poesie. Die Abrissbilder sind Zeugen städtischer Wirklichkeit und verweisen auf die Ambivalenz von Lebendigkeit und rastloser Vergänglichkeit urbanen Lebens. Die Fragmente aus Schrift und Bild sind inspiriert von abblätternden Häuserfassaden und Reklametafeln, die ich in Berlin oder im tschechischen Pilsen gefunden habe. In diesem Zusammenhang entsteht 2014 die erste über die Fläche hinausgehende Sprayarbeit: Stadtrundfahrt.